Freie Software – Was ist das, wieso ist das wichtig?

Viele Nutzer:innen von ViOffice kommen nun zum ersten mal mit der Thematik der Freien Software in Berührung. Dieser Blogeintrag soll dieses Konzept näher beleuchten und dessen Vorteile erläutern. Und vielleicht stellt sich hierbei heraus, dann dies tatsächlich doch nicht der erste Kontakte mit Freier Software ist.

Wie auf unserer Webseite und im Helpcenter ersichtlich , besteht ViOffice aus vielen einzelnen Komponenten, die wir – sinnvoll und nahtlos miteinander integriert – als Gesamtpaket in einem gehosteten Service anbieten. Das dahinter stehende Geschäftskonzept wird allgemeinhin als “Software-as-a-Service” (SaaS) bezeichnet und ist übliche Praxis im Softwarebereich. Die meisten dieser in ViOffice integrierten Einzelkomponenten wurden jedoch nicht vom ViOffice-Team selbst geschrieben, sondern von vielen tausenden Entwickler:innen weltweit. Sie sind Teil der Free Software (zu deut. “Freie Software”) -Gemeinschaft und veröffentlichen den von ihnen geschriebenen Programmcode unter einer Free and Opensource Software (FOSS) Lizenz, damit ihn andere ohne Einschränkungen verwenden können.

Doch was bedeutet das genau? Von welchen Einschränkungen ist die Rede, wenn man so genannte proprietäre, also unfreie Software nutzt? Und welche Vorteile hat FOSS gegenüber proprietären Programmen?

Was ist freie Software?

Die Free Software Foundation Europe definiert Software als “Frei”, wenn sie die grundlegenden vier Freiheiten erfüllen: Die Freiheit die Software zu verwenden, die Freiheit sie zu verstehen, die Freiheit sie zu verbreiten und die Freiheit sie zu verbessern.

Doch wie ist das in ViOffice genau umgesetzt?

In unserem Helpcenter befindet sich eine Auflistung aller in ViOffice verwendeten Software, samt derer Lizenzen. ViOffice ist ein Serviceprodukt, welches euch diese Software in integrierter Form so einfach und bequem wie möglich bereitstellt. Da jede einzelne Komponente Freie Software ist, haben jedoch alle Nutzer:innen die Möglichkeit sich diese Komponenten selbst herunterzuladen, auf eigene Serverinfrastruktur aufzuspielen und können damit tun was sie wollen. Niemand kann ihnen vorschreiben, was sie mit ihrer Software machen dürfen und was nicht. Da der gesamte Quellcode der Software offen ist, können sie auch selbst nachschauen, was die Software macht oder Andere darum bitten sie ihnen zu erklären, damit sie ihn verstehen können. Sie können die Software auch einfach weitergeben, an Freunde, an Verwandte, an die Nachbarschaft. Und schlussendlich können sie die Software nach den eigenen Vorstellungen und Wünschen verbessern und ihre Änderungen an die ursprünglichen Autor:innen weitergeben.

Okay, aber was ist denn unfreie Software?

Schauen wir uns im Gegensatz dazu unfreie Softwareprojekte von Konkurrenzangeboten an, können die Autor:innen dieser Software bestimmen, was die Nutzer:innen damit anstellen dürfen und was nicht. Beispielsweise mag die Nutzung für private Zwecke erlaubt sein, für kommerzielle oder politische Arbeit jedoch nicht. Auch ist der Quellcode bei unfreier Software meist nicht einsehbar. Es gibt also kaum eine Chance zu verstehen, was im Hintergrund, versteckt von den Nutzer:innen, passiert. “Werden unsere Daten unbemerkt an einen Konzern gesendet?“ Diese Frage ist bei unfreier Software nur schwer zu beantworten und Nutzer:innen müssen den Autor:innen blind vertrauen. Auch dürfen im Normalfall keine Kopie an Andere weitergeben werden. Viel mehr noch, zieht die unerlaubte Weitergabe der Software meist schwere Strafen nach sich. Genau so wenig wie der Quellcode der Software eingesehen werden kann, kann er von Nutzenden verbessert werden. Und selbst dann dürften sie ihre Veränderungen nicht weitergeben.

ViOffice ist aber ein Cloudservice, keine eigenständige Software! Was haben Nutzer:innen also von den Freiheiten der darin verwendeten Komponenten?

Das gesamte ViOffice Angebot besteht zu 100% aus Freier Software. Damit können unsere Nutzer:innen darauf vertrauen, dass die Anwendungen genau das tun, was sie tun sollen. Ob es um wichtige Firmendokumente im Cloudspeicher oder vertrauliche Gespräche in ViOffice Talk bzw Conference geht, bei ViOffice gibt es keine versteckten Datentransfers an Dritte, unser gesamter Code kann transparent eingesehen werden und untersteht somit einem dauerhaften, public Audit der Opensource-Gemeinschaft, welches die Verlässlichkeit und Glaubwürdigkeit der einzelnen Komponenten sicherstellt. Dies ist besonders bei der Verschlüsselung der Daten und Konversationen von Vorteil. Anders als unfreie Konkurrenzangebote baut ViOffice auf stabile, etablierte und verifiziert sichere Algorithmen, die gewährleisten, dass nichts in unbefugte Hände gelangt – nicht einmal in unsere. Die von ViOffice genutzten Freien Standards sind zudem mit einer Vielzahl anderer Softwareprodukte kompatibel, was einen Lock-In Effekt vermeidet, der es Nutzer:innen erschwert, zu einem späteren Zeitpunkt zu einer anderen Software oder anderen Anbieter:innen zu wechseln.

Habe ich schon unwissentlich Freie Software genutzt?

Sicherlich, denn Freie Software ist die Grundlage vieler weiterer (auch unfreier) Projekte. Nutzen Sie ein auf GNU/Linux basierendes Betriebssystem für Ihren Computer, sind Sie sicherlich schon mit Freier Software vertraut und nutzen einige Projekte bereits in Ihrem Alltag, wie beispielsweise die Büroanwendung LibreOffice, den Multimediaplayer VLC und viele weitere kleinere Programme.

Das bekannteste Betriebssystem für Smartphones – Android – basiert grundlegend auf Freier Software. Zum Einen läuft es mit dem Linux-Kernel, welcher unter einer FOSS-Lizenz steht, zum Anderen sind viele Teile von Android selbst auch Freie Software, die Google jedoch mit unfreiem Code supplementiert.

Ein weiteres Beispiel ist der Webbrowser Mozilla Firefox und davon abgeleitet auch der E-Mail & Kalender Client Thunderbird, die jeweils unter einer FOSS-Lizenz stehen. Selbst Google Chrome basiert auf Kernkomponenten, die entweder Open Source (OSS) oder sogar FOSS sind, wobei Chrome selbst dies natürlich nicht ist.

Nicht zu verachten sind zudem die vielen Online-Dienste, die wir tagtäglich nutzen. Zwar sind die wenigsten davon selbst Freie Software, jedoch enthalten viele davon mehrere Komponenten, die unter einer FOSS-Lizenz stehen. Auch werden die Server, auf denen sie laufen in der Regel mit einem auf GNU/Linux basierenden Betriebssystem und weiteren FOSS-Komponenten betrieben.

Abschließend lässt sich also feststellen, dass Freie Software weder unheimlich noch gewöhnungsbedürftig sein muss. Sie ist bereit für den Alltag, wird von Millionen Menschen weltweit aktiv genutzt und bietet eine Reihe an Vorteilen für die eigene Arbeit und das Vertrauen in Software als Werkzeug.

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